Public Image Limited haben gestern in der Kölner Kantine einmal mehr gezeigt, dass sie ihre Musik live nicht einfach reproduzieren. Der Abend lebte von der Spannung zwischen rauer Direktheit und der Freiheit, mit der die Band ihre Songs auf der Bühne neu zusammensetzt.
John Lydon stand dabei natürlich im Zentrum des Geschehens: präsent, kantig, eigenwillig und mit genau jener Mischung aus Distanz und Unnahbarkeit, die PiL seit Jahrzehnten ausmacht. Die Band spielte konzentriert und druckvoll, ohne jedoch steril zu wirken, und gerade in den Live-Versionen vieler Songs wurde deutlich, wie sehr PiL von ihrer eigenen Gegenwart auf der Bühne profitieren.
Zu den Höhepunkten zählten erwartungsgemäß This Is Not a Love Song, Public Image und Rise. Diese Stücke funktionierten nicht nur als nostalgische Nummern, sondern als lebendige, verschobene Fassungen, die im Raum der Kantine neue Konturen bekamen. Dadurch wirkten die Stücke nicht wie museale Klassiker, sondern wie offene Formen, die auf der Bühne weiterarbeiten dürfen.
Das Publikum folgte dieser Dynamik mit spürbarer Aufmerksamkeit und hörbarer Begeisterung. PiL schafften damit genau das, was große Live-Bands auszeichnet: Sie erinnerten nicht nur an ihre Geschichte, sondern machten sie im Moment des Konzerts noch einmal gegenwärtig.
Etwas irritiert hat mich das neue Logo, das nun parallel zum alten Logo genutzt wird. Laut NME ist der Hintergrund hierfür wohl in einem Rechtsstreit zu vermuten.
