Für mich etwas überraschend eröffnete Butterwegge den Abend im zakk, da mir das in der Vorankündigung gar nicht aufgefallen war. Mit ihrem Set brachten sie den Saal früh auf ein gutes Stimmungsniveau und deutlich hörbar war das Publikum schon jetzt auf Betriebstemperatur. The Exploited legten mit einem rotzigen und kompakten Block nach, der trotz wiederkehrender Mikrofonprobleme mehr als souverän wirkte und die alten UK-Punk-Hymnen in die Gegenwart holte.

Das Publikum bekam eine Verschnaufpause, bis SLIME schließlich die Bühne betraten. Sie mussten nur noch einen kleinen Zündfunken setzen und spielten eine Setlist, die gekonnt zwischen Nostalgie und neuer Wut vermittelte. Die alten Stücke wurden vom Publikum gefeiert, und auch die neueren Songs wie „Monster“ und „Armes Deutschland“ fanden spürbar Zuspruch und fügten sich schlüssig in den Ablauf ein. Mitsingbare Refrains trafen auf gereckte Fäuste und ein Publikum, das die neuen und alten Texte verinnerlicht hat. Gerade „Armes Deutschland“ wirkte live wie ein aktualisierter Kommentar zum gleichen Land, das die frühen SLIME-Songs bereits ins Visier genommen hatten.
Der Sound blieb über weite Strecken rau, was zur Grundatmosphäre des Abends passte. Insgesamt wirkte das Paket aus Butterwegge, The Exploited und SLIME wie ein Punkabend, den man nicht missen möchte, und der insbesondere von der Vertrautheit der Songs und der aktiven Beteiligung des Publikums lebte.
